Alternative Pflege- und Betreuungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Umsetzung des Heimaufenthaltsgesetzes (Freiheitsbeschränkung)

170116 | Alternative Pflegemaßnahmen Heimaufenthaltsgesetz


Informationen

Termin:

 

Teil 1 (8 UE):                     April 2018   09.00-17.00 Uhr

 

Teil 2 (4 UE):                     April 2018   09.00-13.00 Uhr

 

 

Kosten:

€ 280,00 (inkl. 20% MwSt.)

 

 

In den Kosten der Fortbildung sind enthalten:

Pausengetränke vormittag/nachmittag und Skripten

 

 

 

Zielgruppe:

Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, diplomierte psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, PflegeassistentInnen, FSB-A

 

 

 

Veranstaltungsort:

PflegeminusSchmerz 4360 Grein, Sonnenplatz 2

 

Worum geht's?

PatientInnen, bzw. BewohnerInnen zeigen häufig beeinträchtigte Selbstschutzkompetenzen, und dadurch besteht die Gefahr der Selbstgefährdung. Folglich sind die Teams laufend gefordert die Sicherheit und die Gesundheit der Betroffenen zu schützen. Dabei soll das Ziel verfolgt werden, die Anwendung von Freiheitsbeschränkungen zu vermeiden.

 

Es wird erwartet, dass vor jeder Anwendung einer Freiheitsbeschränkung sämtliche Maßnahmen – die weniger in die Autonomie eingreifen und die Aussicht auf Erfolg haben – ausgeschöpft sind.


Bei einzelnen komplexen Pflegesituationen wird von den Bewohnervertretungen ein Antrag zur gerichtlichen Klärung gestellt. Bei diesen Verfahren werden Sachverständige hinzugezogen, sodass das Gericht auf der Grundlage fachlicher Standards für Medizin und Pflege sowie von Erfahrungssätzen eine Entscheidung treffen kann.


Damit zeigt sich, dass die Betreuung und Pflege der anvertrauten PatientInnen bzw. BewohnerInnen nicht immer einfach zu bewerkstelligen ist, insbesondere wenn Ärzte und der gehobene Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege (gDfGuK) im Sinne einer ultima-ratio-Maßnahme freiheitsbeschränkende Maßnahmen anordnen (müssen).


Inhalte der Fortbildung

  • Einstieg: Arten von Freiheitseinschränkungen, Betreuungsformen, Risikomanagement, multiprofessionelle Zusammenarbeit, Dokumentation
  • Bezugnahme zu den Leitbildvorgaben, bzw. zum Pflegekonzept, z.B. „individuelle Pflege“, „Verständnis für außergewöhnliche Situationen“.
  • Einschätzung des Gefährdungsrisikos (z.B. Sturzrisiken, unangekündigtes Verlassen der Station) im Sinne von konkret und unmittelbar versus fachlicher Annahmen
  • Einschätzung von herausfordernden Verhaltensweisen, z.B. agitiertes versus aggressives Verhalten
  • Einsatz von Assessmentinstrumenten
  • Ein- und Durchschlafstörungen, alternative Maßnahmen, bevor Zusatzmedikamente gegeben werden
  • Eckpunkte der „dementengerechten“ Gesprächsführung
  • Gefahren bei der Anwendung von Freiheitsbeschränkungen (z.B. hochgezogene Seitenteile am Bett, Anwendung von Gurtsystemen, Anwendung eines Therapietisches).
  • Die Anwendung von gelinderen Maßnahmen, „die ebenfalls die Freiheit beschränken“
  • Gestaltung der Zusammenarbeit mit den BewohnervertreterInnen
  • Beispielhafte Dokumentation von freiheitsbeschränkenden Maßnahmen und dazu ausgewählte Evaluationskriterien

 

Selbstverständlich werden Fragen aus der Praxis in den Mittelpunkt der Bildungsveranstaltung gestellt!